Die "Erdenklanguhr" The "Earth-Sound Clock"

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Josef Drobar, 1951 in Pettenbach /OÖ. geboren, gelernter Goldschmied, kam 1975 auf die Idee, sich mit Hinterglasuhren zu beschäftigen. Sein Atelier befindet sich in einem sehr alten Haus im Innviertel. Die typische malerische Umgebung inspiriert Josef Drobar zu seinen Entwürfen.
Die Uhren sind sehr begehrt und gehen vor allem in den Export.
Die Hinterglasmalerei gelangte in ihrer Blütezeit im 19. Jahrhundert von Augsburg über Böhmen und Mähren in das oberösterreichische Mühlviertel
Diese Tradition wird auch heute noch in der ursprünglichen Technik erhalten. In den Anfängen wie auch heute werden fast ausschließlich Bilder gemalt. Die Hinterglasuhr war wohl aus dem Grund sehr selten, da das Glas in Qualität und Stärke sehr unregelmäßig war und dadurch vom Holzzifferblatt verdrängt wurde. Einige wenige Stücke alter Hinterglasmalereien sind in Museen zu besichtigen.
Die Hinterglasuhren von Josef Drobar sind jedoch keine Kopien alter Stücke, sondern speziell aus der Inspiration, die die malerische Umgebung bietet, entstanden. Der Grundgedanke dabei ist, in erster Linie ein dekoratives Liebhaberstück mit Tradition entstehen zu lassen.

Die grösste jemals geschaffene Hinterglasuhr war bei der Uraufführung der ersten computerakustischen Klangsymphonie "Erdenklang" der Mittelpunkt der Bühnenlandschaft.
Die Uraufführung von "Erdenklang" fand während der "ars electronica '82" im Linzer Brucknerhaus statt.
Der Künstler Josef Drobar verband bei der Schaffung dieser Uhr traditionelle Handwerkskunst mit modernster Technik. Das ovale Zifferblatt ist mit selbst angefertigten Erdfarben in Hinterglastechnik bemalt, ein uraltes Turmuhrwerk steuert den Computer.
An Stelle der üblichen Stundenschläge erklingen bei der "Erdenklanguhr" stündlich andere Kompositionen, geschaffen aus reinen Naturklängen, die über ein Computersystem abberufen werden.
Die einzelnen Kompositionen wurden von den Computerakustikern Hubert Bognermayr und Harald Zuschrader komponiert und im Computer des "Elektronischen Försterhauses" gespeichert, von wo sie dann stündlich von der "Erdenklanguhr" abgerufen werden.
Bei der Uraufführung der Computersymphonie hat die "Erdenklanguhr" mit ihren "Erdenschlägen" die einzelnen Sätze eingeleitet und war somit ein wesentlicher musikalischer Bestandteil dieser Darbietung.

Angaben zur Uhr:
Gesamthöhe 3,52 m
Ziffernblatt 72,00 kg
Rahmen 54,00 kg
Uhrwerk 127,00 kg
Untergestell 51,00 kg
Pendel 6,00 kg
Gewichte, je 30,00 kg
Holzlack
Und Farbe 1,50 kg
Gesamtgewicht 354,50 kg

Ausstellungen:
Wien
Darmstadt
Basel -Europ. Uhrenmesse
Zürich
Paris - Techn. Museum
Berlin
Toronto